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10 Gründe, warum es jetzt Zeit ist für Mikromobilität!

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10 Gründe, warum es jetzt Zeit ist für Mikromobilität!

Lars Zemke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Elektrokleinstfahrzeuge, nennt in seinem Gastbeitrag zehn gute Gründe, warum es (gerade jetzt) richtig ist, auf die private Nutzung von Elektrokleinstfahrzeugen zu setzen.

Deutschland und die Welt sind im Pandemie-Modus und Corona beherrscht jede Diskussion. Da überrascht es sicherlich zur Zeit niemanden, dass unser Thema Mikromobilität in den Hintergrund gerückt ist. Gerade in diesem Frühjahr wäre es so wichtig gewesen, dass der E-Scooter-Privatverkehr an Aufmerksamkeit gewinnt und seine Stärken ausspielt. Nicht nur Fahrräder, sondern auch Elektrokleinstfahrzeuge (EKF) können auf dem Radweg ideal 1,5 Meter Sicherheitsabstand einhalten.

Ich denke, nicht jede Autofahrt kann und muss ersetzt werden, denn für eine Fahrt zum Baumarkt oder für den Wochenendeinkauf ist manchmal ein größeres Fahrzeug die einzige Option. Trotzdem halte ich es für wichtig, sich kritisch mit dem eigenen Umgang mit Mobilität auseinander zu setzen und manch einer wird feststellen, wie viele seiner persönlichen Kurzstreckenfahrten mit dem PKW effektiv durch ein viel kleineres Fahrzeug ersetzt werden könnten.

Schauen wir einmal auf die 10 wichtigsten Punkte für den Wechsel zur Mikromobilität

#1 Reduzieren des eigenen Energieverbrauchs

E-Scooter und andere Elektrokleinstfahrzeuge sind eine großartige Möglichkeit, den persönlichen Gesamtenergieverbrauch im Vergleich zum Auto zu senken. Viele Autofahrten können problemlos ersetzt werden und einfache Ausflüge, wie das Treffen mit Freunden in einem Café und das Pendeln zur Arbeit, eignen sich hervorragend für diese Art der Fahrzeuge. Ich bin als Besitzer eines EKF unabhängig von Geschäftsgebieten und Verleihzeiten. Auch längere Fahrten, wie z. B. Lebensmitteleinkäufe können mit einem Rucksack problemlos durchgeführt werden.

#2 Mikromobilität erfordert weniger Kraftaufwand

Wenn Sie fit genug sind, um überall hin mit Ihrem Fahrrad zu fahren, ist das großartig. Fahrräder gehören auch nicht umsonst zu den effizientesten Transportmitteln. Dennoch wird es auch weiterhin Menschen geben, die einfach nicht für alle Fahrten ein Fahrrad nutzen wollen oder können. Selbst diejenigen, die über die erforderliche Fitness verfügen, so wie ich z. B., wünschen sich unter Umständen manchmal eine Fahrt von A nach B ohne körperliche Anstrengung oder größeren Aufwand, aber mit dem Ziel, auf das Auto zu verzichten. Nach der Fahrt mit dem Rad ins Büro – das sind 20 km quer durch Berlin – stehe ich am Ziel jedes Mal vor dem Problem, wie ich nun völlig verschwitzt meinen Büro-Dresscode “trocken” soll? In dieser oder ähnlichen Situationen kommt für viele eben nicht das Fahrrad an erster Stelle, sondern dann wieder der PKW.

Mein Energieverbrauch ist sicherlich mit allen Fahrzeugen wesentlich geringer als per Auto, aber wollen wir nun alle Menschen dazu verpflichten, ein Fahrrad zu verwenden, um die meisten Autofahrten zu ersetzen? Warum erweitern wir nicht das Spektrum und lassen den Menschen die Wahl: Elektrokleinstfahrzeug oder auch Fahrrad/Pedelec. Ich würde sogar noch viel weiter gehen und behaupten, dass der viel diskutierte Leih-E-Scooter im Privatbereich viel eher eine realistische Option für die Massen ist.

#3 Sparen Sie Zeit auf Ihrem Weg zur Arbeit

In vielen Städten ist der Nahverkehrs-Mix zum Pendeln mit einem privaten Elektrokleinstfahrzeug tatsächlich schneller als nur per Auto, Bus oder S-/U-Bahn. Während dies in den Vororten nicht immer der Fall ist, beobachte ich doch in den letzten Wochen eine stetig wachsende Zahl an Nutzern, die mit einem EKF unterwegs sind. Auf dem Radweg bin ich mit diesen kleinen Fahrzeugen wesentlich flexibler, um auf die tägliche Überlastung an den bekannten Stau-Hotspots zu reagieren und kann mit dem einen oder anderen spontanen Ausweichmanöver in die nächste Seitenstraße schneller durch die Stadt vorankommen.

#4 Sparen Sie Geld

Mit der Anschaffung eines privaten Elektrokleinstfahrzeugs sparen Sie garantiert Geld im Vergleich zur regelmäßigen Autofahrt. Da Elektrofahrzeuge Strom laden, fallen die Betriebskosten relativ niedrig aus. Ein E-Scooter z. B. verbraucht auf 100 Kilometern etwa eine Kilowattstunde Strom. Bei einem angenommenen Strompreis von 30 Cent je Kilowattstunde ergeben sich damit lediglich Kosten für den Stromverbrauch von 30 Cent. Zusätzlich sollten die Halter eines E-Scooters bedenken, dass der Akku je nach Modell etwa 500 bis 1.500 Ladezyklen verkraftet. Wenn eine Batterie sich beispielsweise 1.000-mal laden lässt und ihr Anschaffungspreis bei 250 Euro liegt, kostet eine Akkuladung 25 Cent. Bei einer Reichweite von 25 Kilometern fällt für eine Strecke von 100 Kilometern ein zusätzlicher Euro an. Damit liegen die E-Scooter-Kosten im angeführten Beispiel bei nur 1,30 Euro pro 100 Kilometer (Strom + Akkuverschleiß).

#5 Gesünder werden

Das Fahren mit einem EKF kann in vielerlei Hinsicht für die Gesundheit förderlich sein. Menschen mit einer Abneigung gegen Fahrradfahren entscheiden sich viel öfter für einen privaten E-Scooter. Bei einer Fahrt mit dem EKF erhält man immer noch mehr frische Luft, Aktivität und Gleichgewichtsarbeit als auf einem Autositz. Sicherlich fällt bei allen Fahrzeugen das Strampeln per Pedale weg, aber diese Fahrzeuge sind als eine weitere Alternative zum Fahrradfahren oder zu Fuß gehen zu sehen. Unbestritten erhält man mit allen Fahrzeugen zusätzliche Möglichkeiten, sich gesund zu bewegen, auch wenn es eine andere Bewegung als per Fahrrad ist. Deshalb ist Mikromobilität gut für Ihre Gesundheit.

#6 Genießen Sie mehr Komfort

Ein weiterer Vorteil ist die Bequemlichkeit. Wie der Name Mikromobilität schon sagt, sind die Fahrzeuge klein, leicht und transportabel. So kann ein EKF z. B. in einem Restaurant unter dem Tisch oder bei der Arbeit unter Ihrem Schreibtisch verbleiben. Im Zusammenspiel mit dem ÖPNV kann es intermodal eingesetzt und während der Fahrt in Bus/Bahn sicher verstaut werden. Das Anschließen am Bahnhof mit überfüllten Fahrradständern entfällt genauso wie das Abstellen über Nacht auf dem Gehweg.

#7 Laden per Sonnenenergie

Auch im Bereich der Mikromobilität hält die moderne Technik ihren Einzug und ermöglicht das Aufladen der Batterie per Solarenergie. Die Batteriegröße dieser Fahrzeuge ist im Vergleich zum Elektroauto eher klein und so wird zum Aufladen nicht viel Energie benötigt.

Ein einzelnes 100 W Solarpanel kann in vielen Regionen der Welt etwa 400 bis 600 Wh Energie pro Tag produzieren. Da die meisten Menschen ihre Batterie nicht jeden Tag vollständig entladen, reicht normalerweise ein einziges Solarpanel aus, um die gesamte Energie bereitzustellen, die sie zum Aufladen benötigen.

Leider ist es noch immer nicht so einfach, im Hobbybereich preiswerte Solarenergieprodukte zu kaufen, aber es kann ein unterhaltsames Projekt sein und ein lohnendes Gefühl vermitteln, vollständig mit der von der Sonne gewonnenen Energie zu pendeln.

#8 Reduzieren von Verkehr

Der in den meisten Großstädten zu beobachtende Verkehr ist das direkte Ergebnis von zu vielen Autos, die gleichzeitig auf der Straße unterwegs sind. Das heißt: Je mehr Autos es gibt, desto schlechter wird der Verkehr. Klingt logisch!

Jeder Fahrer, der sich also gegen seine morgendliche Fahrt ins Büro mit dem Auto entscheidet und durch ein viel kleineres persönliches Elektrokleinstfahrzeug ersetzt, trägt dazu bei, den Verkehr für alle zu reduzieren. Studien haben gezeigt, dass bereits 10 % der Fahrer, die z. B. auf Fahrräder umsteigen, einen 2-3-fachen Einfluss auf die Überlastung haben können, indem sie verhindern, dass sich der Verkehr nur aus PKW zusammensetzt und zu absoluten Stoßzeiten außer Kontrolle gerät. Sie können nicht nur den Verkehr für alle anderen reduzieren, wenn Sie zu einem E-Scooter oder einem anderen EKF wechseln, sondern wie in Punkt 3 bereits beschrieben, den Verkehr kurzfristig einfach umfahren.

#9 Weniger Versicherungs-/Führerscheinprobleme

Sie können nicht nur Geld sparen, indem Sie nicht für die tägliche Parkgebühr oder Versicherung Ihres Autos bezahlen, sondern auch diese Kosten durch Umdenken einsparen. Zum einen braucht oder will nicht jeder einen Führerschein, zum anderen haben ihn möglicherweise bereits Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen wieder verloren.

Fahrrad/Pedelec unterliegen keiner Altersbeschränkung, E-Scooter können bereits ab 14 Jahren genutzt werden. Für das Führen beider Fahrzeugklassen besteht keine Führerscheinpflicht und deshalb können diese eine bequeme Alternative für Menschen ohne Fahrerlaubnis und für die junge Zielgruppe sein.

Für Fahranfänger fällt oft zusätzlich eine höhere Versicherungsprämie zum Anschaffungspreis für das erste eigene Auto an. Im Gegensatz zum Pedelec benötigt man für einen E-Scooter eine zusätzliche Versicherung, die aber mit einem Preis von >20 Euro weit unter dem eines PKW liegt. Darüber hinaus sind die Versicherungsbeiträge für Personen zwischen 18 und 22 Jahren um 35% gesenkt worden.

#10 Spaß!

Der letzte Punkt ist eigentlich der wichtigste und war damals für mich der Grund, warum ich mich für Mikromobilität entschieden habe! Seit meiner ersten Fahrt mit einem Elektro-Skateboard im Jahre 2018 habe ich für mich eine neue Art von Lebensqualität entdeckt. Nicht nur, dass ich jetzt für meine Leidenschaft mit der Gründung eines Vereins eintrete, sondern zusätzlich auch Teil einer Community von Menschen bin, die für ihre Überzeugung einsteht.

Am Ende des Tages ist es vielleicht der wichtigste Grund, warum man wechselt bzw. sich für diese neue Art der Mobilität entscheidet - wieviel Spaß macht es mir E-Scooter, MonoWheel, E-Skateboard oder OneWheel zu fahren?

Ich verstehe aber auch alle Kritiker, die jetzt den Finger heben und »Gefährlich!« rufen. Sie haben völlig Recht, dass vor der Teilnahme am Straßenverkehr jeder sich zwingend mit seinem Fahrzeug auseinander setzen und es beherrschen muss – egal, um was für ein Fahrzeug es sich handelt. Genau das war im letzten Jahr ein heiß diskutiertes Problem im Zusammenhang mit den Leih-Scootern. Nutzer ohne Übung wollten spontan am Straßenverkehr teilnehmen und entschieden sich am Ende eher zum reinen Selbstschutz und fehlender Übung für die unerlaubte Fahrt auf dem Gehweg.

Zum verantwortungsvollen Umgang mit einem EKF gehört die durch viele ausgiebige Testfahrten im Bereich Kontrolle und Sicherheit erlangte Erfahrung genauso wie der freiwillige Einsatz des Helms und ggf. Hand-/Knie- oder Ellenbogenschutz.

Abschließend kann ich nur sagen, dass sich an meiner Einstellung zur Mikromobilität über all die Jahre nichts geändert hat und ich weiterhin so begeistert wie am Anfang bin.

Das Lächeln ist geblieben und ich kann Ihnen garantieren, dass es ansteckend ist!

Soviel zu meinen 10 wichtigsten Gründen, um so viele Autofahrten wie möglich gegen ein Fahrzeug aus dem Bereich der Mikromobilität zu tauschen.

Den ungekürzten Beitrag gibt es hier.

Kommentare: (1)

  • Mai 17, 2020

    Liebe Greta, liebes Team Walberg,
    gerne möchte ich mich auf diesem Weg bei euch für den tollen Support und das immer offene Ohr im Zusammenhang mit meinen vielen verrückten Anfragen bedanken! Natürlich auch für die freundliche Erwähnung meiner Beiträge hier im Blog. Ich schätze es sehr euch als kompetentes Team im Rücken zu haben!!
    Viele Grüße aus Berlin
    Lars Zemke

    — Lars Zemke

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